Der Rudolf Stilcken Kultur Kommunikationspreis 2018

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Preisträger 2019

Bereits zum vierten Mal wurde am Donnerstag, den 09. Mai in der Hochschule für Musik und Theater der Rudolf Stilcken Kultur-Kommunikationspreis an kulturelle Einrichtungen aus Hamburg und dem gesamten nordostdeutschen Raum vergeben.

Aus den zahlreichen Bewerber*innen wählte die Jury drei überzeugende Projekte aus. So wurde der dritte Preis den Dresdner Sinfonikern verliehen, die sich seit vielen Jahren mit verschiedenen, auch politisch engagierten, internationalen Projekten dafür einsetzen, Musik als verbindendes Element den Menschen nahe zu bringen und mit musikalischen Mitteln Brücken zu bauen.

Den zweiten Preis erhielt das Berliner Peng! Kollektiv, denen mit ihren aufrüttelnden, hochprofessionellen und durchaus streitbaren Aktionen eine Gratwanderung zwischen Performance, Aktivismus und Kunst im öffentlichen Raum gelingt.

Der erste Preis wurde dem Hamburger Kampnagel verliehen, der sich als Veranstaltungsort, kulturelles Zentrum und international bedeutender Standort für u.a. Kunst, Musik, Performance und Tanz etabliert hat und sowohl in seiner unmittelbaren Nachbarschaft, wie auch in Hamburg und über dessen Grenzen hinaus große Strahlkraft entwickelt hat.

Wir gratulieren den Gewinner*innen!

Die Jury

Christine Standfest

Christine Standfest

ImPulsTanz Wien

Christine Standfest studierte Germanistik, Gender- und Cultural Studies sowie Pädagogik an der FU Berlin und der University of Lancashire. Als Performerin, Dramaturgin und Unterrichtende im Feld von Theater, zeitgenössischem Tanz und Performance arbeitete sie mit unterschiedlichen Künstler*innen der freien Szene in Berlin und Wien, von 1997–2011 international mit der freien Formation theatercombinat und der Regisseurin Claudia Bosse. Zur Zeit ist sie Dramaturgin des ImPulsTanz–Vienna International Dance Festivals und dort auch Artistic Director der [8:tension] Young Choreographers‘ Series und Programmkuratorin der jährlichen Kooperation mit dem mumok–Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien.

Katrin Schumacher

Katrin Schumacher

Promovierte Literaturwissenschaftlerin und Redakteurin des Mitteldeutschen Rundfunks

Seit 2016 leitet sie das trimediale Ressort Literatur/Film/Bühne bei MDR Kultur und ist Literaturchefin von MDR Kultur. Sie hat akademische Lehraufträge an mehreren Universitäten wahrgenommen und Bücher sowie Aufsätze - etwa zum Phantasma der Wiedergängerin, zu den Regisseuren David Lynch und Wes Anderson, zum Autor Arthur Schnitzler, zur Gegenwartsliteratur, zu Theorien des Monströsen oder der Fotografie - veröffentlicht. Vor ihrer Redakteursstelle beim MDR hat sie u.a. als Moderatorin für das rbb kulturradio und als Rezensentin und Featureautorin für den WDR, NDR und Deutschlandradio Kultur sowie für den Standard in Wien und die ZEIT gearbeitet. Sie ist in mehreren Literaturpreisjurys tätig und gehört zum Team der „Buchzeit“ bei 3sat.

Marion Tiedtke

Marion Tiedtke

Stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin

Als Dramaturgin war Marion Tiedtke u.a. am Schiller Theater Berlin, dem Bayerischen Staatsschauspiel, dem Wiener Burgtheater und an den Münchner Kammerspielen tätig. Seit 2013 ist sie Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste in Berlin und war von 2014 bis 2016 Jury-Mitglied zur Verleihung des Gertrud-Eysoldt-Rings. Neben ihrer Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten ist sie auch immer wieder als Gast-Dramaturgin an Opernprodutionen beteiligt, u.a. 2003 und 2006 an »Clemenza di Tito« für die Salzburger Festspiele unter dem Dirigat von Nikolas Harnoncourt, und 2006 an »Lady Macbeth von Mtsensk« unter dem Dirigat von Mariss Jansons in Amsterdam. 2009 arbeitete sie an der Inszenierung von Christof Loy zu »Tristan und Isolde« in Covent Garden mit, die als beste Operninszenierung des Jahres mit dem Laurence-Olivier-Award ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus schreibt Marion Tiedtke für Fachzeitschriften und ist als Herausgeberin tätig.

Prof. Dr. Reinhard Flender

Prof. Reinhard Flender

Geschäftsführung Institut KMM, Leitung Iki (Hamburg)

Ist Gründer und Direktor des Institutes für kulturelle Innovationsforschung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und seit Oktober 2015 Leiter des Instituts für Kultur-und Medienmanagement der HfMT. Darüber hinaus unterrichtet er als Professor für Musikwissenschaft und arbeitet als Komponist. Neben seinen Lehrtätigkeiten war Reinhard Flender von 1987 bis 2011 Leiter des Musikverlags Peermusic Classical in Hamburg. Er ist u.a. Gründungsmitglied der Sommerakademie Opus XXI, die sich – seit 2018 unter dem Namen International Summer Academy for Contemporary Music – für die Förderung des musikalischen Nachwuchses und der Verbreitung zeitgenössischen Musik einsetzt.

Stefan Halsbeck

Stefan Haslbeck

Designer AGD

Der Gestalter Stefan Haslbeck ist seit 2018 Mitarbeiter des Kulturreferats der Stadt München am Münchener Stadtmuseum. Davor war er freiberuflich als Szenograf und Berater für Museen tätig und gestaltete zahlreiche Sonder- und Dauerausstellungen u.a. für das Deutsche Historische Museum Berlin, das Musée Suisse Zürich, das Deutsche Museum München oder die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen. Von 1991 bis 1996 war er fester freier Mitarbeiter bei Prof. Martin Roth am Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Als Juror war er für die Stiftung Bauhaus Dessau, das Neue Glasmuseum Frauenau und für den Designpreis der Meisterschule für Schreiner der Landeshauptstadt München tätig.

Ute Thon

Ute Thon

Textchefin des Kunstmagazins ART

Ute Thon kann auf eine 29-jährige Erfahrung als Kulturjournalistin und leitende Redakteurin blicken. Zunächst war sie für die taz in Berlin und dann als Reporterin für Das Erste tätig, anschließend führte ihr Weg sie nach New York City, wo sie von 1994 bis 2000 als freie Journalistin unter anderem für den stern, die deutsche Vogue, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Rundschau tätig war. Ab 2001 fungierte sie als US-Korrespondentin für das ART Magazin, dessen Textchefin sie seit 2005 ist. Als ausgewiesener 'digital nerd' hat sie zahlreiche On-Camera-Interviews geführt und Digital Reports u.a. aus Tasmanien und Teheran gesendet.

Der Initiator

Während seines Berufslebens war Rudolf Stilcken vorwiegend für Unternehmens- und Marketingkommunikation mit den Schwerpunkten Markenentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Im Jahr 1953 in der PR für Ludwig Erhard, in den 1960-iger Jahren als Vorsitzender der Gesellschaft Werbeagenturen (GWA), über 20 Jahre in Führungspositionen der internationalen Agentur Benton & Bowles, danach im Vorstand der Rosenthal AG.

1986 machte Rudolf Stilcken sich selbstständig, u.a. als Berater für Lufthansa, Siemens und Vorwerk.

Rudolf Stilcken war Gründungsvorsitzender des deutschen Zweigs der internationalen Kinderhilfsorganisation PLAN, langjährig für die Elsbeth Weichmann Gesellschaft engagiert und Mitglied des Kulturförderungsausschusses der Handelskammer Hamburg. Er war Gesellschafter der Agentur Behnken/Jahr/Stilcken, Senator h.c. der Hochschule für Musik und Theater und lehrte ab 1995 Markenkommunikation am Institut KMM.

2002 wurde ihm für sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. 2011 erhielt er die Ehrennadel der Handelskammer Hamburg.

Rudolf Stilcken war mit Angelika Jahr-Stilcken verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er verstarb am 11. Juni 2016 in Hamburg.

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Rudolf Stilcken

*1925, † 2016 -  geb. in Hamburg

Die Stifterin

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Angelika Jahr-Stilcken

Die Journalistin und Unternehmerin stiftete im Sommer 2016 den Rudolf Stilcken Kultur-Kommunikationspreis im Gedenken an ihren verstorbenen Mann. Als Träger des Preises benannte sie das Institut für kulturelle Innovationsforschung an der Hochschule für Musik und Theater, dem sie auch die inhaltliche Verantwortung des Preises übertrug. Seit Oktober 2018 hat die Hochschule für Musik und Theater die Trägerschaft für den Rudolf Stilcken Kultur-Kommunikationspreis inne.

Der Preis und seine Geschichte

Der im Juni 2016 in Hamburg verstorbene Rudolf Stilcken war Initiator und Stifter des Hamburger Preises für Kultur-Kommunikation, der in den Jahren 2013 und 2015 in der Metropolregion Hamburg ausgelobt wurde. Rudolf Stilcken gehörte auch der Jury des von ihm initiierten Preises an.

Der Preis, der in drei Kategorien ausgelobt wurde, stellte Vermarktungsstrategien und Darstellungskonzepte ins Zentrum der Aufmerksamkeit und zeichnete Leistungen aus, die anderen als Vorbild dienen können womit der Preis zum Selbstbewusstsein im Hinblick auf die Identität und Leistungsstärke der Metropolregion Hamburg beitragen konnte.

Der Preis heute

Der Rudolf Stilcken Kultur-Kommunikationspreis heute

Nach dem Tode Rudolf Stilckens im Juni 2016 stiftete seine Witwe, Angelika Jahr-Stilcken den Rudolf Stilcken Kultur-Kommunikationspreis im Gedenken an ihren verstorbenen Mann. Träger wurde das Institut für kulturelle Innovationsforschung unter der Leitung von Prof. Reinhard Flender an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. In Zusammenarbeit von Prof. Reinhard Flender und Dr. Verena Mogl –  wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am Institut für kulturelle Innovationsforschung –  wurde der Rudolf Stilcken Kultur-Kommunikationspreis inhaltlich umstrukturiert und auf den gesamten nordostdeutschen Raum erweitert. Auch das optische Erscheinungsbild des Preises wurde neu konzipiert.

Ein Fokus der inhaltlichen Neuausrichtung des Preises lag in dem Anspruch, den Begriff der Kultur-Kommunikation zu erweitern und auf inhaltliche Aspekte zu übertragen. Diese Erweiterung ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass sich die Anforderungen an kulturelle Institutionen und Projekte radikal verändert haben. Kultur ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Soziale und mediale Veränderungen, die auf unsere Gesellschaft einwirken, stellen auch den kulturellen Bereich vor neue Herausforderungen.

In diesen Zeiten des Umbruchs, der alle Bereiche unserer Gesellschaft umfasst, muss auch Kultur nach neuen Wegen suchen, sich zu positionieren. So zielt der Begriff der Kultur-Kommunikation nicht allein auf den Bereich der Kulturvermarkung und des Marketings ab, sondern meint auch Strategien der inhaltlichen Vermittlung von Kultur: wie und auf welche Weise werden kulturelle Inhalte der Öffentlichkeit dargeboten, welches (neue) Publikum wird in welcher Form angesprochen, welche (neuen) Räume werden erschlossen, um ein Publikum zu erreichen, wie werden interdisziplinäre Synergien genutzt, um neues Publikum zu gewinnen?

Der Rudolf Stilcken Kultur-Kommunikationspreis zeichnet kulturelle Institutionen, Einrichtungen und Projekte aus, die sich diesen großen Herausforderungen gestellt haben und für sich und ihr Projekt/ihre Unternehmung einen neuen Weg der Kultur-Kommunikation gefunden haben.

Seit Oktober 2018 hat die Hochschule für Musik und Theater die Trägerschaft des Preises übernommen, die Projektleitung liegt weiterhin bei Dr. Verena Mogl.

Dotierung
Der Preis ist für die Verleihung 2019 folgendermaßen dotiert:

  1. Preis: 10.000 Euro
  2. Preis: 8.000 Euro
  3. Preis: 5.000 Euro

 

Unser Partner 2019

Die Adalbert Zajadacz-Stiftung ist 2019 führender Partner des
Rudolf Stilcken Kultur-Kommunikationspreises
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